Steyregg ruft den Klimanotstand aus

Einem Dringlichkeitsantrag der SBU zustimmend, wurde in der gestrigen Gemeinderatssitzung einstimmig von allen vertretenen Fraktionen der Klimanotstand für das gesamte Gemeindegebiet ausgerufen. 

 

Hochwasser & Trockenperioden
Zwei große Hochwasserereignisse innerhalb von 10 Jahren und andererseits massive Prob-leme der Steyregger Landwirte durch Trockenperioden und Wassermangel sprechen für sich. 

 

Osttangente verschärft die Lage
Zudem kommt eine permanente Lärm- und Luftbelastung durch hochrangige Verkehrsstraßen, die durch die angedrohte Errichtung einer sog. Linzer Osttangente in unmittelbarer Nähe des Ortskernes gravierend weiter verschärft würde. 

Die massiven Wasserversorgungsprobleme im Zusammenhang mit der Errichtung des S 10-Tunnels bei Götschka sind bekannt und rechtfertigen schlimmste Befürchtungen auch für Steyregg. Im Falle einer Realisierung der „Osttangente“ soll ja ein ca. 6 km langer Tunnel durch den Pfenningberg getrieben werden, was die reelle Gefahr erhöht, dass nicht nur Quellen versiegen, sondern auch Tiefbrunnen durch ungewollten Grundwasserabfluss kein Wasser mehr liefern werden.

 

Wasserversorgung gefährdet
In den vergangenen Sommern trockneten dort bereits des öfteren Hausbrunnen aus. Die Stadtgemeinde Steyregg hat deshalb bereits vor zwei Jahren mit Beweissicherungsmaßnahmen für die betroffenen Versorgungsbrunnen begonnen.

 

Maßnahmenkatalog wird ausgearbeitet
Nach diesem Schulterschluss des gesamten Gemeinderates soll in einem nächsten Schritt ein konkreter Maßnahmenkatalog ausgearbeitet werden, der dann ebenfalls dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt wird. 


Basis dafür sind bereits im Rahmen der Klimabündnismitgliedschaft Steyreggs (seit 2008) definierte Maßnahmen, die zahlreich auch schon umgesetzt wurden oder sich in Umsetzung befinden. Z.B.: Photovoltaikprojekte, teilweise auch mit Bürgerbeteiligung, e-Mobilität im Gemeindedienst, Car-Sharing, LED-Umrüstung, thermische Sanierungen, Bewusstseinsarbeit an den Schulen und in den Kindergärten, CO²-schonende Heizformen, Ausbau des Radweg-netzes, u.v.m.

Künftige Schwerpunkte sollen gelegt werden auf weitere Stärkung des öffentlichen Verkehrs, Begrünungs- und Bepflanzungsaktionen, Sicherungsmaßnahmen der Trinkwasserversorgung, um nur einige zu nennen.

 

Kein Alarmismus & keine Panikmache
Ausdrücklich soll mit dieser Maßnahme nicht Alarmismus und Panikmache betrieben werden, es geht vielmehr um deutlich verstärktes Streben nach bestmöglicher Umsetzung wirksamer Maßnahmen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten, um Aufklärung und Schaffen von mehr Bewusstsein für den Ernst der Lage. 

 

Es muss eingeräumt werden, dass die bisher ergriffenen Klimaschutzmaßnahmen nicht aus-reichen angesichts der bereits bestehenden und künftig zu erwartenden Verschärfung der allgemeinen klimatischen Rahmenbedingungen (nicht nur aber insbesondere auch) im Steyregger Gemeindegebiet.
 

5. Juli 2019
Damit Sie unsere Webseite optimal erleben können, verwendet diese Webseite Cookies. Durch klicken auf "OK" stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Verwendung von Cookies
OK