Gemeinsam Ausbreitung gebietsfremder Gelsen verhindern

Stechmücken sind Überträger diverser Krankheitserreger. Eine systematische und andauernde Stechmückenüberwachung gilt als das wirksamste Mittel, um das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern durch Stechmücken auf den Menschen vorherzusagen. Um eine Ausbreitung bestimmter Arten zu verhindern, kann jede und jeder Einzelne einen Beitrag leisten.

 

In Mitteleuropa kommen in den letzten Jahrzehnten vermehrt auch gebietsfremde Gelsen vor. Dies sind Gelsenarten, die ursprünglich aus südlich-tropischen Gegenden oder aus dem ostasiatischen Raum stammen und meist mittels Güterverkehr in Europa eingeschleppt wurden. Bei passenden klimatischen Bedingungen können sich diese Arten hier ansiedeln und weiter ausbreiten.

Eine besondere Rolle unter diesen gebietsfremden Mückenarten spielt die Asiatische Tigermücke. Sie könnte auch exotische Krankheitserreger (z. B. das Chikungunya-, das Dengue- oder das Zikavirus) übertragen, daher ist es wichtig, ihre Ausbreitung zu verhindern. Das Land OÖ hat 2020 ein eigenes Überwachungsprogramm für Stechmücken gestartet, mit dem Ziel, die Ausbreitung von Überträgermücken sowie das Vorhandensein von Krankheitserregern in den Gelsen rechtzeitig zu erkennen. Zusätzlich beteiligt sich das Land an einem österreichweiten Monitoring der AGES. Durch diese aktive Form der Überwachung ist es möglich, bei Bedarf rasch gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der Stechmücken setzen zu können.

 

Bei der Erkennung von neuen Tigermückenbeständen wird um die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger gebeten. Im Verdachtsfall sollen Tigermücken über die kostenfreie App „Mosquito-Alert“ gemeldet und entsprechende Fotos hochgeladen werden. Diese Bilder werden dann von Expert/innen begutachtet und bewertet (siehe Link). Doch wie erkennt man Tigermücken? Tigermücken sind immer kleiner als eine 1-Cent-Münze und nicht größer als unsere einheimischen Stechmücken, sie sind grundlegend schwarz (nicht bräunlich) mit weißen, prägnanten Streifen auf Körper und Beinen. Das letzte Glied der Hinterbeine ist immer weiß. Im Gegensatz zu anderen Mückenarten, die vor allem zur Dämmerung aktiv sind, sticht die Tigermücke auch tagsüber aggressiv. 

 

Tipps für die Bevölkerung – Was kann jede/r Einzelne unternehmen? 
Brutstätten der Tigermücke sind alle Arten von Wasseransammlungen, die mindestens eine Woche stehen bleiben. Daher:


•    Von April bis November jeden noch so kleinen Behälter, in dem sich Wasser sammeln kann, regelmäßig (mindestens einmal pro Woche) entleeren oder umkippen. Planschbecken, Vogeltränken, Blumentopfuntersetzer usw. mindestens einmal in der Woche ausleeren und austrocknen lassen.
•    Regentonnen dicht abdecken.
•    Dachrinnen auf Verstopfungen kontrollieren (stehendes Wasser vermeiden!)
•    Melden Sie (mögliche) Tigermücken mit der „Mosquito-Alert“-App
Nähere Informationen zu Verbreitung von gebietsfremden Gelsen, Lebensformen der Gelsen und Art der übertragenen Krankheiten finden sich auf der Homepage der AGES


unter https://www.ages.at/mensch/krankheit/infos-zu-gelsen-krankheiten#c7630

7. Juni 2022